VoIP FAQ / Voice over IP Glossar / SIP / Internet-Telefonie
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Vorteile Nachteile von VoIP - Pro und Contra Voice over IP
Vorteile / Pro - VoIP / Voice over IP / Internet-Telefonie:
- Kostenersparnis: Bei Flatrate-Zugang (ohne Berücksichtigung des Flatrate-Preises) innerhalb zusammen geschalteter VoIP-Netze normalerweise völlig gebührenfrei, sprich kostenlos.
- Speziell Firmen/Unternehmen können intern (intra-office) und mit weltweit verstreuten Filialen über ihr Netzwerk Telefonkosten vermeiden/senken. siehe auch VoIP Business Migration (kostenlose Beratung für Firmenkunden)
- Günstige Ferngespräche: Bzgl. der Kosten gilt im allgemeinen, je weiter die Gesprächspartner entfernt sind, je günstiger kann ein Gespräch mittels VoIP im Vergleich zum Festnetz sein - insbesondere wenn Gespräche ins Ausland / länderübergreifend geführt werden.
- VoIP ist im allgemeinen von Vorteil für bekannte, immer gleiche Gesprächspartner, die beide Voice over IP einsetzen. Man kennt die Nummer, man verwendet das gleiche Netz, man optimiert die Konfiguration der beteiligten Hardware+Software etc.
- Mehrere Telefonate gleichzeitig theoretisch möglich: Je nach verfügbarer Upload-Rate sind mehrere Telefonate gleichzeitig über eine Internet-Verbindung möglich.
- Ortsungebundenheit: An jedem Ort, an dem ein Breitband-Zugang besteht, nutzbar (ausser Haus z.B. mit einem Notebook im Hotel oder im Bereich von WiFi/Wireless-Hotspots - Bahnhöfe, Cafes, öffentliche Transportmittel etc. Die Verbreitung wächst.).
- Weltweit eine Nummer: Im Idealfall ist man weltweit unter einer Nummer erreichbar.
- Unified Messaging
- Gruppengespräche sind im Idealfall problemlos möglich.
- Gesprächskopien können im Idealfall vervielfältigt, kopiert, weitergeleitet oder archiviert werden.
Nachteile / Contra - VoIP / Voice over IP / Internet-Telefonie:
- Verbreitung von VoIP ist noch schwach - Das heisst der größtmögliche Kostenvorteil (s.o.) kann bislang nur mit wenigen Gesprächspartnern erzielt werden. Bei Telefonaten von/ins Festnetz fallen im Normalfall wieder Gebühren an. Gebührenfreie Gespräche können in der Regel nur innerhalb des selbst verwendeten VoIP-Netzes (und damit verbundenen) geführt werden.
- Technische Affinität/Wissen/Erfahrung erforderlich/vorteilhaft (Computerkenntnisse, Internetkenntnisse, Hardware-/Software-Installationen)
- Konfiguration von Hardware/Software häufig notwendig
- Fixkosten für Privatanwender relativ hoch: eine Breitband-Verbindung ist notwendig, die ohne Flatrate keinen großen Kostenvorteil bietet. Die monatlich anfallenden Gebühren für DSL-Anschluss und Flatrate sind nicht gering.
- Zwangsbündelung: Aufgrund der hierzulande immer noch bestehenden Zwangsbündelung von DSL mit einem Festnetzanschluss ist es für die große Mehrheit der Privatanwender nicht möglich, nur noch mittels VoIP (und evtl. Handy) zu kommunizieren und den Festnetzanschluß aus Kostengründen abzumelden. Ausnahme z.B. Kabelinternet-Nutzer (VoCable).
- PC muß unter Umständen immer laufen: Nutzt man VoIP nur mit PC+Softphone+Headset muß der PC permanent laufen. Um immer erreichbar zu sein, auch während nicht telefoniert wird.
- Hardware muß evtl. (einmalig) neu angeschafft werden (z.B. PC+Headset, Router, IP-Phone oder Analog-Adapter)
- Allgemein übliche Kinderkrankheiten der beteiligten Hardware und Software sind üblicherweise zu erwarten.
- Qualitäts-Defizit: Die Audioqualität ist mittlerweile im allgemeinen gut, hängt aber entschieden von der Qualität der Internetverbindung ab. Ist diese schlecht, was zumindest zeitweilig nie auszuschließen ist, kann dies z.B. zu Aussetzern, Echos während des Gesprächs führen.
- Zuverlässigkeits-Defizit: Fällt die Internet-Verbindung aus, geht nichts mehr. Und gegenüber der klassischen Telefonie herrscht allein aufgrund der höheren Anzahl der beteiligten Geräte (und Software/Firmware) ein höheres Ausfallrisiko (DSL-Splitter, DSL-Modem, DSL-Router, VoIP-Telefon, PC, Adapter, Headset ...).
- Strom-Abhängigkeit: Selbst bei einem regionalen Stromausfall kann man mit einem einfachen herkömmlichen Telefon in der Regel telefonieren, da dessen Stromversorgung über das Festnetz erfolgt. Die VoIP-Anwendung ist dagegen aufgrund der beteiligten Geräte von der häuslichen Stromversorgung abhängig.
- Notrufe: Im Notfall, man denke nur an einen Stromausfall oder gar Naturkatastrophen, ist die sichere Verfügbarkeit von VoIP kritisch.
- Strom-Kosten: Aufgrund der gegenüber klassischer Telefonie höheren Anzahl erforderlicher Geräte ist mit einem höheren Stromverbrauch zu rechnen. Für Sparfüchse ist das durchaus ein Negativargument, denn, um immer erreichbar zu sein, muß z.B. das DSL-Modem und ein Router immer laufen, selbst wenn nicht telefoniert wird.
- Service-Rufnummern sind noch nicht oder nur teilweise erreichbar.
- Sicherheitsrisiko: Da alles, was man spricht, als digitale Information über das Internet gesendet wird, kann ein unverschlüsseltes Gespräch theoretisch abgehört werden. Um Abhörsicherheit zu gewährleisten, sind also Verschlüsselungsmethoden vonnöten (Stichwort IPSec). Wie das bei proprietären Protokollen gehandhabt wird, beispielsweise bei Skype, weiß man nicht.
- SPAM/SPIT/Werbung-Belästigung: Obgleich es heutzutage auch im Festnetz bereits automatisierte Anrufe gibt (Gewinnspiele), dürfte das Belästigungspotenzial bei VoIP-Nutzung z.B. durch Werbeanrufe zukünftig erheblich wachsen.
- Inkompatibilität: Verschiedene Standards sorgen im Regelfall immer für Probleme, obgleich momentan der SIP-Standard weitestgehend führend ist. Doch es gibt noch andere Protokolle z.B. H.323 oder auch proprietäre, wie z.B. das der äußerst beliebten VoIP-Software Skype.
- Telefonnummern-Durcheinander: Wie bei eMail-Adressen muß man sich womöglich auf das Durcheinander von zwei oder gar mehreren VoIP-Telefonnummern/Weiterleitungen verschiedener Anbieter gewöhnen.
- Kein "Telefonbuch": Einheitliche Medien/Dienste, die das Suchen/Finden von VoIP-Teilnehmern ermöglichen, befinden sich noch in der Anfangsphase (Stichwort ENUM). Ein gedrucktes Telefonbuch gibt es nicht und wird es womöglich auch nie geben, da VoIP von vielen verschiedenen und nicht von einem bundesweit agierenden Telefonanbieter angeboten wird, der alle Teilnehmer verwaltet. Gut vorstellbar sind in Zukunft zumindest eine (automatisierte) telefonische Auskunft oder ein Online-Verzeichnis - praktisch wahrscheinlich nur vernünftig realisierbar von sehr großen Anbietern. siehe auch: FAQ: VoIP-Telefonbuch Auskunft
- (noch) schlechtes Image: "Was unmsonst ist, taugt auch nichts." Vorurteile insbesondere gegenüber der vermeintlich "sehr schlechten" Audio-Qualität und Unausgereiftheit der Technik - "Spielkram für PC-Freaks", "Billigheimer-Quatsch". Zum Beispiel im SOHO-Bereich könnte der Einsatz von VoIP insofern einen unvorteilhaften Eindruck bei Kunden/Geschäftspartnern schaffen.
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Letzte Änderung des VoIP-FAQ-Artikels: 2005-10-18 19:35
Verfasser des VoIP-FAQ-Artikels: voip-sip.de
